Learntec 2020

Der Kongress: wie immer Glückssache…

Das Schöne am Kongress ist ja, dass man einen Vortrag auch wieder verlassen kann. Seit diesem Jahr weiß ich, dass es sowas wie “Clickbait für Kongressvorträge” gibt: sozusagen Vortrags-bait. Ein interessanter, fast geheimnisvoller Titel lockt den (noch) ahnungslosen Kongressbesucher in eine Session mit fragwürdigem Inhalt. Der Moment der Erkenntnis ist dann entweder erhellend oder frustrierend. Oder beides. So geschehen bei einem selten dämlichen Ansatz unter dem Deckmantel der Pädagogik. An dieser Stelle ist Schweigen die beste Reaktion…

Besonders lohnenswert war hingegen der Vortrag von Dr. Ina Weidenbauer-Heidel zum Thema Transfer. Sie präsentierte ausgewählte Methoden und Werkzeuge, die die Transferwirksamkeit nachweislich unterstützen. Einfaches Beispiel: Räume ich im Rahmen eines Trainings eine 10-minütige Reflexionsphase ein, in der die Teilnehmenden individuell für sich den Satz formulieren „Kommende Woche am ___[Tag] um ___[Uhrzeit] werde ich ____[Tätigkeit].“, steigt die Wahrscheinlichkeit immens, dass sie das Gelernte in der Praxis umsetzen. In „Was Trainings wirklich wirksam macht: 12 Stellhebel der Transferwirksamkeit“ (Buchtipp!) hat sie ihre Forschungsergebnisse zusammengefasst. Wer einen Eindruck davon bekommen will, findet einen guten Überblick auf der Website. Von der Präsentation bis zum Self-Check für Führungskräfte gibt’s alle Materialien unter www.transferwirksamkeit.com/learntec.

Die Messe: Alte Bekannte und neue Gesichter…

Die Messe wartete auf mit den üblichen großen Playern. Aber auch viele neue Anbieter mit wirklich interessanten Konzepten und Ideen waren am Start. Vom LMS über AR/VR, 3D-Druck bis hin zur Ausstattung fürs Klassenzimmer. Neben Standardcontent gabs spannende Themenbereiche, wie beispielsweise einen digitalen Führerschein für Unternehmen, den die Mitarbeitenden eigenständig durcharbeiten und auf ganz grundständige Art und Weise ihr Wissen erweitern können.

Besonders innovativ erschien mir ein Pilotprojekt, das einen Truck voller zukunftsträchtiger Technologien zum Ausprobieren an Schulen bringt. Eine immense Logistik! Der Truck namens „Expedition D“ kommt kostenlos für zwei Tage, bringt Jugendlichen (ab der 7. Klasse) Themen wie künstliche Intelligenz nahe und macht sie direkt erlebbar. Eine tolle Initiative, die die Berufsfindung v.a. im MINT-Bereich fördern soll. Leider gibt’s das Angebot nur in Baden-Württemberg. Nähere Infos: https://www.coaching4future.de/programm/expedition-d/unsere-digitale-erlebniswelt/

Auffällig war dieses Jahr eine höher-schneller-weiter-Mentalität. Die Anbieter übertrumpften sich gegenseitig mit nachgebauten Kinos, Barista-Services, Frozen Joghurt-Stationen und sogar Bodypainting-Aktionen, bei denen nackte Damen mit aufgemalten Firmenlogos um die Aufmerksamkeit der Messebesucher buhlten. Alles in allem ein interessantes Treiben. Aber auch der Veranstalter kümmert sich gut um seine Gäste. Während es nachmittags laufend frisches Obst bei der „Ananasshow“ gibt, ist am Mittwochabend nach der Messe mit Häppchen und Getränken für ein entspanntes get-together gesorgt. Und das alles kostenlos: *thumbsup*.

Fazit

Je nach dem, was man sucht, ist man hier richtig. Der Kongress war manchmal Glückssache. Wenn man Produktplatzierungen gut erträgt, waren interessante inhaltliche Anregungen dabei. Die Messe hielt einige positive Überraschungen bereit. Ob es sich gelohnt hat? Auf jeden Fall! Ich bin mit konkreten Anliegen hingefahren und konnte wertvolle Impulse mitnehmen.

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