Ein neues Format für den Bereich Learning und Development – Die L&Dpro. Lohnt es sich?

Expofestival für Professionals im Bereich Learning und Development. Der erste Eindruck.

Zum ersten Mal fand am 09.05.2019 die L&Dpro (https://www.lnd-pro.de) in München statt. Angekündigt als Expofestival für Professionals im Bereich Learning und Development zog es die Fachwelt ins MVG Museum.

Auf der Suche nach passgenauen Möglichkeiten zur Verzahnung von Online- und Offlineelementen im betrieblichen und ehrenamtlichen Kontext waren wir also mit von der Partie. Bis es aber soweit war, gab es im Vorfeld eine erste Hürde zu nehmen. Bei der Anmeldung gab’s nämlich nicht umgehend eine direkte Zulassung zur L&Dpro, sondern zunächst ein Telefoninterview mit dem Veranstalter, der einen angemessenen Fachbesuchernachweis einforderte. Nicht zugelassen wurden L&D-Anbieter sowie selbstständige Trainer und Coaches. Damit wollte man wahrscheinlich wirklich sicher gehen, dass keine nebenbei Akquise von potentiellen Kunden aus dem Learning und Development Bereich stattfindet. Eine interessante Strategie…

Was war geboten?

Zunächst einmal kann man sagen, dass wir eine klassische Messe vorgefunden haben, mit allem, was dazu gehört: Messestände, Keynotes, diverse Vorträge. Mit dabei waren sowohl die großen Player (von Contentproduzenten bis hin zu Full-Service-Anbietern) als auch kleinere, äußerst interessante Anbieter digitaler Formate. Planspiel, Videoproduktion, Webinare. Die ganze Bandbreite, man konnte Parallelen zur Learntec ziehen, nur in klein.

Es gab Vorträge zu Herausforderungen in der Personalentwicklung, Best Practice Beispiele von großen Unternehmen, aber auch Anregungen zur Auseinandersetzung mit weniger prominenten Themen. In einem Live-Training wurde z. B. gemeinsam jongliert (ja, die Teilnehmer bekamen Bälle! 🙂 ) und die Neuroplastizität der Synapsen mit Unternehmensstategien zusammengebracht. Eine tolle Selbsterfahrung, zumal sie vom Referenten fundiert begründet werden konnte!

Ein anderer Vortrag beschäftigte sich mit der Frage, wie man Webinare richtig rockt. Dabei wurden die Rollen der Beteiligten gedeutet (z. B. der Trainer ist der Star des Webinars) und zentrale Faktoren herausgearbeitet, die gute Webinare ausmachen und die losgelöst vom Inhalt funktionieren. Nicht wahnsinnig viel Neues, aber dafür entsprechend auf den Punkt gebracht. Und das ist ja auch mal nicht schlecht.

Eine echte Bereicherung war die Beteiligung der Corporate Learning Community. In einem angegliederten BarCamp wurden Sessions wie „Twitter als Lernbooster“ (Karl Heinz Pape) angeboten. Insbesondere zwei Chancen fürs Lernen, wurden dabei diskutiert:

  • Ich kann das konsumieren, was andere zu mir durchlassen. Karl Heinz Pape: „Ich lese keine Fachzeitschriften mehr. 250 ‚Redakteure’ (= ausgewählte Personen, denen ich folge) suchen für mich aus, was wichtig ist. Und das erscheint in meinem Newsfeed“. Filterbubble hin oder her – da ist definitiv was dran.
  • Ich nutze Tweets als Notizen für das, was mir wichtig ist und was ich mir merken will (mit dem Mehrwert, dass eine Community darauf reagiert). Karl Heinz Pape: „Wir haben das Glück, dass es andere Menschen gibt, die wo anders stehen und die daher andere Perspektiven haben“.

Ein Fazit?

Endlich mal eine Veranstaltung im süddeutschen Raum! Ich finde, da könnte es ruhig mehr davon geben. Und inhaltlich? Die L&Dpro war in jedem Fall einen Besuch wert. Obwohl die Veranstaltung nicht besonders groß war, konnten wir gut den ganzen Tag dort verbringen. In diesem Sinne: klein aber fein. Es hat sich absolut gelohnt!

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